Angemessen kritisieren und konstruktiv mit Kritik umgehen

Seminar mit Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Verwaltungsratspräsidentin Underberg AG) auf dem Kongress christlicher Führungskräfte in Leipzig. Das Interesse an diesem Seminarthema war groß. Rund 300 Teilnehmer meldeten sich dafür an und überraschten damit Seminarleiterin Underberg. Sie löste die Situation professionell und nahm die Unterstützung von BKU-Geschäftsführer Dr. Martin Schoser gern an. Die Teilnehmer kamen durch kleine „Flüsterrunden" (rechte, linke und vordere Sitznachbarn) trotzdem ganz schnell und intensiv ins Gespräch. Dadurch erfuhr die Autorin, dass sie u.a. zufällig neben zwei Brandenburgern saß: Agnes Plentz (Bäckerei Plentz, Kremmen) und Uwe Ihlefeldt (Ihlefeldt - Unterhaltungselektronik, Güterfelde).  FM


Diskussion von sieben Thesen:

  1. Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand etwas auf dem Herzen hat, warte ich nicht bis er sich von allein öffnet. Ich spreche ihn an.
  2. Wer Problemen aus dem Weg geht, statt sie aufzuarbeiten, dem nützt die ganze Führungskunst nichts mehr.
  3. Es gibt Etliches zu bedenken bevor man kritisiert: das Motiv, die Notwendigkiet, die Wirkung.
  4. Die Frage nach der zweckmässigsten Form der Kritik: Böswilligkeit kommt in den seltesten Fällen vor. Psychologische und moralische Argumentationen vermeiden. Schuldzuweisungen – auch untereinander – unterbinden.
  5. Vorsicht vor der Wortwahl! Man kann sich täuschen, jeder hat Respekt verdient, keiner ist fehlerfrei. Nicht vergessen, dass sich die Lautstärke der Kritik an der eigenen Verletztheit bemisst, nie an der Schwere des verursachten Schadens.
  6. Vier Methoden um die anfängliche Gegenwehr auszuschalten:
    Vertrauen/Ermutigung: Du kannst es besser, versuche es noch einmal.
    Einfach erinnern, was bei einer Arbeit übersehen wurde.
    Bei der Berufsehre packen, denn wer will schon unprofessionell sein?
    Im Gespräch den Fehler selbst an- und aussprechen lassen.
  7. Auftrag einer Führungskraft ist, Katalysator zu sein:
    Er erleichtert den Teammitgliedern die Lösung für ihre Probleme selbst zu finden.
    Zwei beliebte Fehler sollten vermieden werden.
    Krisen nicht durch Bevormundung entschärfen wollen.
    Nicht Laisser-faire mit einem humanen, souveränen Führungsstil verwechseln.
     

Treff nach dem Seminar mit Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Rheinberg),
P. Johannes Zabel (Düsseldorf), Fides Mahrla (fm+ Potsdam), Dr. Martin Schoser
(BKU Köln) Foto: Vera Bünnagel
 

Literaturtipps: Dietmar Mieth „Wahrhaftig sein - warum?"
Notker Wolf „Selig wer ein Sandkorn von einem Berg unterscheiden kann: vom Loben, Kritisieren und Motivieren"

 

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Wahrhaftiger Umgang miteinander

17.01.2013